Peru: Ein herbstlicher Frühling in Lima

Lima. Neun Millionen auf der Suche nach dem persönlichen Glück. Unzählige Stadtbezirke, unübersichtlich groß und daher im Rahmen einer Stippvisite nicht ohne Planung zu empfehlen. Reisenden wird, unter anderem in diesem genialen Reiseführer von Anne und Nora, mit dem wir uns umfangreich auf den Trip vorbereitet haben, im Wesentlichen der Bezirk Miraflores ans Herz gelegt, vielleicht noch Barranco oder San Isidro, aber doch bitte nichts anderes. Und auf keinen Fall nach Anbruch der Dunkelheit herum spazieren. Und überhaupt, Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht! Mag alles richtig sein, doch sorgt es vor allem für eines: Ein permanentes Gefühl der Unsicherheit, welches sich selbstverständlich im Regelfall nicht als sinnvoll herausstellt. So war in den ersten Tagen nach dem Start der Reise niemals eine Gefahr auszumachen; keine bedrohlich erscheinenden Situationen, nirgends dunkle Gassen mit fiesem Gesindel, keinerlei Schüsse oder Sirenengeheul. Dennoch, gerade wegen der nicht aufhören wollenden Warnungen aus dem Netz und von daheim, herrschte stets eine unterbewusste Unsicherheit vor, worauf man wohl stoßen könnte. Neben der fehlenden Heizung im AirBnb-Domizil, was bei knapp 15 Grad Außentemperatur und dünnen Wänden schwer erträglich war, und der kaum einmal aus der Stadt weichenden Feuchtigkeit, die dem ganzen Aufenthalt ihren Zauber nahm, waren doch alle Menschen entweder ausgesprochen höflich oder gingen einfach ihrer Wege. Und warum auch nicht, immerhin waren sie in der Stadt zuhause und hatten ihren alltäglichen Pflichten nachzugehen.

So hieß es also, warm eingepackt, dem Wind zu trotzen und entlang einer der Hauptstraßen von Miraflores diesen Teil der Stadt zu erkunden. Nachdem wir den auf einer Kreuzung platzierten Brunnen der Andenstaaten passiert hatten, der wahrhaftig schon bessere Zeiten gesehen hatte, aber dennoch gewahr werden ließ, dass man sich in einer für uns völlig unbekannten Region unseres Planeten befand, hieß uns der Malecon, die lange und sehr schön angelegte Promenade oberhalb des Pazifik, Willkommen. Trotz des typischen, nicht enden wollenden Nebels, der es sehr dunstig gestaltete und die Meeres- mit der Horizontlinie verschwimmen ließ, erfreute uns die grüne Umgebung mit seinen Parks, Skulpturen, dem Leuchtturm und kleinen Bars. Solange man sich nicht umdrehte, war dies ein hübscher Kontrast zu den vielen Betonhochhäusern, die den Rand der jeweiligen Stadtviertel hin zum Meer bildeten.

Von der Aussichtsterrasse des kleinen Cafés Buenavista, in dem man authentische peruanische Leckereien zu sich nehmen kann, ging es immer an der Steilküste entlang durch die verschiedenen kleinen Parks, die eine Vielzahl Sportler und Spaziergänger anziehen und so selbst bei schlechtem Wetter gut frequentiert sind. Im Parque Amor, unter der riesigen Statue der Liebenden, wurden handgearbeitete Kleinigkeiten feil geboten und die ersten anderen ausländischen Besucher stellten sich ein. Man war kein Exot mehr, passte aber auch nicht so recht ins Bild – zumindest fühlte es sich noch immer so an. Dennoch war es beeindruckend, die Surfer zu beobachten und picknickenden Peruanerinnen zuzusehen, die den niedrigen Temperaturen trotzten und trotz des eisigen Windes auf einer Decke hoch über dem Meer mitgebrachte Speisen verzehrten. Von einem der vielen Outdoor Sportgeräte aus betrachteten wir das Treiben unzähliger Hunde, die von ihren Dog-Walkern auf diesen Hundeplatz am Malecon gebracht wurden, um sich auszutoben und der Leine ein Schnippchen zu schlagen. Ein wunderbares Gewusel, das von Trainierenden flankiert wurde, die ihre Joggingrunde mittels der stationär installierten Fitnessgeräte ergänzten.

Ein paar hundert Meter weiter, im Larcomar, dem topmodernen Einkaufszentrum mit Meerblick, konnten wir jetlaggeplagt etwas ausspannen und mussten erstaunt feststellen, dass die Preise für Kleidung in den bekannten Markengeschäften nicht niedriger als in Deutschland sind. Hier kauft dann offensichtlich nur die bessergestellte peruanische Schicht ein. Da das Einkaufen somit unmittelbar seinen Reiz verlor, zumal als Rucksackreisender sowieso wenig Platz zur Verfügung steht, nahmen wir alternativ unser erstes peruanisches Essen zu uns. Zwar vom Schnellimbiss, dennoch cool, unter anderem mit Reis, Spiegelei, Kochbanane und Hühnchen. Es schmeckte wirklich sehr gut und sorgte das erste Mal für eine gewisse Entspannung. Dankenswerterweise besaß das Larcomar auch einen Supermarkt, so dass wir uns nach einer ausgiebigen Pause mit den nötigsten Lebensmitteln eindecken und den Rückweg antreten konnten. Auf diesem testeten wir neben der Statue des Paddington Bear, der Lima seine Heimat nennt, noch eine Art Croissant mit Karamellfüllung, bevor es an der Promenade entlang zurück in die weiterhin sehr kalte Wohnung ging. Zumindest gab es aber warme Decken und zwei riesige (riesige!) Fernseher – so konnte dem Jetlag ein Schnippchen geschlagen werden, in dem der Rest des Tages mehr oder weniger dösend verbracht wurde und nur die nötigsten Teile des Kopfes unter der Decke hervorlugten, um ein wenig vom TV zu sehen. Trotz der Kälte, unnötiger Sicherheitsbedenken und dem vielen Beton war es insgesamt dennoch ein gelungener Einstieg, der neugierig auf mehr machte.

Keep on rockin´
Ree

Links beinhalten sowohl Empfehlungen für Aktivitäten und Orte (unbezahlt), als auch Produktempfehlungen (Affiliates). Dabei haben wir sämtliche empfohlenen Orte besucht und Produkte selbst erworben, getestet und für gut befunden. Ansonsten würden wir es nicht empfehlen 🙂

Rund durch Regeneration! (04/52)

Pausenzeit. Hatte ich größtenteils am vergangenen Wochenende, nachdem ich gleich für vier Tage aus München zurück in westlichen Gefilden war. Nach zehn Trainingstagen am Stück konnte ich mich in gewohnter Umgebung denn auch gleich nur noch einmal auf den heimischen Crosstrainer zwingen, an den anderen drei Tagen war Pause angesagt. Und nicht nur das, denn da dort dann natürlich auch einige Treffen mit den heimischen Freunden und Familienmitgliedern anstanden, ließ auch das Ernährungsprogramm stark zu wünschen übrig. Quasi zehn Trainingstage an drei Regenerationstagen konterkarieren.

Ok, ganz so dramatisch war es vermutlich nicht, aber das die Waage mir am Freitag nur 2,2 verloren Kilos anzeigte, war nach den anstrengenden Einheiten schon etwas ernüchternd und offenbarte das ganze Drama in Form von noch vielen weiteren Wochen zwischen Office, Sportstudio und süßigkeitenfreier Nahrungsaufnahme. Gut das ich Walnüsse und Datteln für mich entdeckt habe und so zumindest im Appartement noch ein kleines, aber halbwegs gesundes Naschpaket parat habe.

Nachdem es dann am Sonntag zurück in die bayerische Landeshauptstadt ging, habe ich natürlich auch unmittelbar das Training wieder aufgenommen, wobei die Beine doch ganz schön schwer waren und die Zeit vor dem Arbeitsstart manchmal zu knapp erscheint. So gibt es heute mal wieder eine Einheit nach den Bürostunden, da hinten heraus sowieso nichts ansteht und der Wetterumschwung in Richtung „Regen, Regen, Regen“ auch nicht gerade zur Erkundung der mir noch recht fremden Stadt und Umgebung einlädt. Dürfte also ein anstrengender, aber auch befriedigender Abend werden.

Da ich dann und wann gefragt wurde: In München ist es generell spannend, die Menschen, denen ich bislang hier begegnet bin, waren allesamt sehr freundlich und das Arbeitsumfeld ist in der Tat jung und dynamisch – nichts anderes habe ich bei einem so renommierten Profi-Sportclub erwartet, dennoch freut es mich natürlich, dass diese Vorstellungen auch tatsächlich erfüllt werden. Ist schon ein anderes Flair als die ewig gleiche Tätigkeit in einem (auch sehr attraktiven) DAX30-Unternehmen. Ich bin gespannt, ob sich für mich trotz Kurzeinsatz hier auch Routine einschleicht – glaube es aber eigentlich nicht.

Der Plan ist, in den nächsten zwei Wochen nochmal so 10-12 Tage Training am Stück durchzuhalten, bevor es dann einen kleinen Wochenendtrip gibt. Die Tage sind auf jeden Fall erfüllt und bislang macht es auch Spaß, wieder so aktiv zu sein. Eine gute Entscheidung bislang, fürwahr.

Keep on rockin´
Ree

Brummend den Frühling locken! (089/366)

Grollen. Aus tiefster Motorenseele, leicht bedrohlich, aber doch auch einladend. Steig auf mich, dreh eine Runde. Ich führe Dich rasant durch die Straßen und mache Dich mit einem Hauch von Freiheit vertraut. Spürst Du den Wind? Dir ist nicht kalt, Du zitterst vor Freude. Ja wirklich, glaub mir ruhig.

So oder so ähnlich fühlte sich die gestrige Überführung meines Motorrads an. Das letzte Stück, was noch von alter zu neuer Wohnung transportiert werden musste. Natürlich bedurfte es zunächst ein wenig Fürsorge, stand die Maschine doch ein gutes Jahr unbewegt im Carport. Die Batterie wollte geladen und der gröbste Staub abgeklopft werden. Außerdem musste ich sie zunächst aus dem Berg von Laub in Richtung Straße bewegen.

Das Anspringen ging auch nicht wie von selbst, Zündkerzen, Starter und Motor waren noch kein harmonisches Gebilde, es eierte und fehlzündete gehörig, bis endlich das erlösend sonore Grollen der 650ccm zu hören war. Rasch den Helm aufgesetzt, in die Handschuhe geschlüpft und mit Schwung am Gasgriff gedreht – Aus! Ok, wieder an, etwas sorgfältiger angefahren und in den zweiten Gang geschaltet.

Fast runter geflogen, wieder kein Gas genommen, verdammt. Also behutsamer, langsam gesteigert und dann tatsächlich mit Schwung aus der Straße gekommen. Sehr gut. Etwas unsicher natürlich, immerhin ein Jahr nicht mehr gefahren, aber dann ging es doch erstaunlich gut. Eben wie Fahrrad fahren, verlernt man nicht. Die Fahrt war kurz, aber rasant und am Ende stand wieder mal fest: Ich werde die seit einigen Monaten laufende Verkaufsanzeige entfernen. Mehr als 1000 EUR kriege ich dafür nicht mehr und so zuverlässig, wie die Maschine seit 10 Jahren ist, lohnt sich die Besitzstandwahrung selbst für die maximal fünf Ausritte eines Jahres allemal.

Na, und vielleicht konnte ich damit ja auch ein klein wenig den Frühling ins Rheinland locken – auch wenn mir der Wetterverantwortliche des Universums per Starkregen diese Illusion gerade zu nehmen droht. Doch morgen, ja morgen schon, soll es langsam besser werden. Und dann geht es wieder auf die Straße. Bestimmt. Oder nächstes Jahr.

Keep on rockin´
Ree

Als lande man in der Vergangenheit! (029/366)

Gedankenloch. Eine Reise soll erholsam sein, nach Möglichkeit nachhaltig und dadurch Kraft spenden für den Alltag, der unweigerlich auf die meisten von uns wartet. Gerade ein erfüllender, kurzweiliger Urlaub bietet dafür die besten Voraussetzungen, hilft er doch, die Gedanken in andere Richtungen zu lenken und neue Eindrücke zu gewinnen.
Manchmal scheint das aber nicht wirklich zu klappen. Obwohl die letzten 12 Tage wirklich sehr erholsam, chillig, angenehm und relaxed waren, obwohl jeden Tag etwas interessantes passiert ist, fühle ich mich nun, als sei ich gar nicht weg gewesen. Mein Geist, mein Körper, alles knüpft unmittelbar an den Status quo von vor der Abreise an und die eigentlich gestern noch verspürte Erholung scheint wie weggeblasen.

Es ist, als lande man in der Vergangenheit, die man doch eigentlich vergessen wollte, um nach dem Urlaub in eine neue Richtung zu starten. Doch manche Dinge holen einen offensichtlich direkt wieder ein, lassen sich eben nicht durch „ich bin dann mal weg“ lösen. Dass es nass und kalt ist, spielt sicherlich auch eine Rolle, aber ich vermute, die ungeklärte Frage des „wie wird es wohl weiter gehen“ wiegt so dermaßen schwer, dass sie alles andere in den Hintergrund drängt. Perspektivlosigkeit ist zu hart, denn Perspektiven gibt es immer, aber Ratlosigkeit trifft es sehr gut.

So bleibt nichts anderes, als sich dieser noch einige Zeit andauernden Situation zu stellen und auch daheim weiter nach der Lösung zu suchen, die sich selbst in der deutlich spirituelleren Urlaubsumgebung nicht einstellen wollte. Das war zu erwarten, es fühlt sich aber dennoch nicht wirklich gut an. Dennoch gibt es Lichtblicke. Die gewohnte Umgebung sorgt nämlich durchaus dafür, dass man sich etwas leichter Ablenkung verschaffen kann, sei es durch Sport, Freunde oder die Arbeit. Nun gilt es also, die richtige Mischung zu finden, um möglichst unbeschadet aus diesem schwierigen ersten Quartal des Jahres heraus zu kommen. Ich gebe mir Mühe.

Keep on rockin´

Ree

Morning glory

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Diesig. So gehört sich das im Februar. Eisiger Wind, der einem direkt klar macht, dass Winter ist und nicht irgendein Mix aus Frühling und Herbst. War ja in diesem Jahr noch nicht oft der Fall, daher wäre es müßig, sich zu beschweren. Außerdem hat es nur auf der Fahrt zur Hundewiese geregnet, beim Spaziergang dort dann nicht mehr. Hätte also alles noch schlimmer, da nass und kalt sein können. War es aber nicht.

Das ließ den Wuffmaster unbeschwert am Cäsar-Denkmal vorbeihüpfen und unten die Raben begrüßen. Ein kurzes Wettrennen, ein trauriger Blick und schon ging es weiter Richtung Rhein. Einfach nicht zu fassen, diese Biester. Ja, ein Leben als Hund kann manchmal so seine Hürden und Tücken haben. Was sich die Menschen davon abschneiden können, ist, dass sich unsere vierbeinigen Freunde davon nicht lange beeindrucken lassen. Um die nächste Biegung wartet doch schon das nächste Abenteuer, ein spannender Geruch oder einfach nur ein Hauch von Freiheit. Da kann es nieseln, düster sein, schneien oder Sonne zum Vorschein kommen: Dem Spaß tut das keinen Abbruch und der Moment ist das, was zählt.

Diese Erkenntnis kommt einem relativ früh, wenn man sich bewusst für einen Hund entschieden kann. Damit meine ich nicht (nur) früh am Tag, sondern bereits nach einigen Wochen Besitztums. Der Wuffmaster ist in der Lage, wahre Wunder im Kleinen vor Augen zu führen und die eigenen Sehnsüchte zu wecken. Natürlich sind nicht alle umsetzbar, aber es lohnt, ein paar neue Träume in petto zu haben. Auch für uns ist das Leben endlich und es lohnt nicht, permanent zu zögern. Irgendwann muss es mal los gehen.

Ich selbst habe immer gesagt, es ist ein unmögliches Szenario, dass ich in diesem Leben nicht zwischendurch im Ausland gelebt und gearbeitet habe. Amerika war immer mein Ziel, bevorzugt Nordamerika, aber auch Länder wie Uruguay, Costa Rica oder Belize hatten stets einen gewissen Reiz auf mich. Ob ich meinen Arbeitgeber davon überzeugen kann, dass ich dringend mal zwei, drei Jahre an einem solchen Ort arbeiten muss? Aber wie den Eltern erklären? Permanent 10 Stunden Flug für Familienbesuche kann auf Dauer anstrengen. Und was ist mit dem Buddy? Der hat Kinder, der kann nicht fort. Da sind sie wieder, die Zweifel. Man ist doch nicht so frei, wie der Wuffmaster, der mit einigen Quadratkilometern Wiese und Wasser zufrieden ist – unabhängig an welchem Ort, Hauptsache das Rudel ist dabei. Au wei.

DocIMG_0505h genug davon, zum Grübeln bleibt noch genug Zeit. Nun schaue ich erstmal retrospektiv, was die Dallas Mavericks mit den Sacramento Kings angestellt haben (NBA TV ist wirklich großartig) und kümmere mich um das Studium. Fröhlicherweise beginnt heute ein weiterer bis Oktober andauernder Kurs, der sich prima mit dem aktuellen überschneidet, der noch bis April andauert. Bedeutet: Noch weniger Zeit für alles andere. Juni 2015 wird, so alles glatt läuft, ein ziemliches Gebirge von meinen Schultern poltern – wenn ich nicht noch den Master hinterherschiebe … jucken tut es ja schon ein wenig 😉

Morgen früh wird es wieder düster sein, draußen, auf der Hundewiese – mit Freuden begebe ich mich dann auf die Suche nach dem Licht. Und der Freiheit. Und was sonst so kommt. Wird spannend. Immer.

Keep on rockin‘
Ree

Der Countdown …

Urlaubsgedanken. Hektisch, nasskalt, trübe und langatmig. In so einem Gemisch befinden sich die Tage an diesem Jahresende. Hektisch in der City, wo bei nasskaltem Wetter Geschenke umgetauscht und Sale-Aktionen gestürmt werden. Trübe und langatmig daheim, wo man nicht wirklich weiß, wie man die Tage sinnvoll gestalten kann und viel zu viel Zeit vor dem TV verbringt – das im übrigen echt kein besonders gehaltvolles Programm zu bieten hat.

Zum Glück gibt es schöne Abwechslungen, ein paar Aktivitäten, die etwas Schwung in einen eingeschlafenen Urlaub bringen. So sind ein leckeres Essen oder gute Unterhaltungen Lichtblicke im Einheitsbrei der Tage – an dem ich natürlich nicht unschuldig bin, doch fehlt mir im Urlaub daheim häufig der Antrieb zu gehaltvoller Aktivität – der Alltag lässt einen zuhause eben nicht los. Irgendwie war es nicht besonders hilfreich, dass die Gefahr geschlossener Flughafen bestand und eine Reise in wärmere, spannendere Gefilde dadurch im wahrsten Sinne des Wortes eingefroren wurde. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr vor der Unwägbarkeit des Wetters zu beugen und bei jeder sich bietenden Möglichkeit die südliche Sonne dem Winterwetter unseres Landes vorzuziehen.

So sind nun gut 2/3 des Urlaubs vorüber und vor uns liegen noch zwei sinnvoll nutzbare Tage, bevor der Zwang des Jahresausklangs sowohl das neue Jahr, als auch den Job wieder einläutet. Ich bin gespannt, wie wir den Wechsel der Jahre gestalten und werde mich bemühen, noch ein paar schöne Ideen dazu zu entwickeln. Vielleicht fällt mir ja noch etwas angenehmes ein. Keep on rockin´!!

Schnee gegen Regen

Wilde Vorhersage. Schnee, überfrierende Nässe, Verwehungen – vom härtesten Winter seit zehn Jahren ist die Rede, begrenzt auf Deutschland natürlich. Ich habe einen Kollegen, der in Sibirien aufgewachsen ist und in seinem Heimatort war es vor zwei Tagen noch -44 Grad kalt. Dagegen ist unser Winter Kindergeburtstag, aber da ich ja hier aufgewachsen bin, nervt mich dieses Wetter schon ein wenig. Umso mehr, da die gestrige Unfallgeschichte geregelt werden muss, heute der Besuch bei Eckart von Hirschhausen ansteht und es morgen nach Leverkusen ins Stadion geht – mit Bus und Bahn, was sicherlich auch eine frostige Tour wird. Nun soll es ab morgen richtig hart werden, teilweise mit Blizzard-Gefahr und dann bis Sonntag durchschneien – zum Urlaubsstart am Freitag hätte es auch angenehmer werden können.

Gut, letztendlich muss man das Wetter nehmen, wie es kommt und die warme Kleidung liegt schon bereit. Den Unfall auf den Schnee zu schieben wäre auch zu billig, da er auf einem Parkplatz beim Ausparken geschah – da besteht geringe Rutschgefahr, die Dame war wohl einfach von Blitz-Blindheit geschlagen. Also, Winter ist toll und macht Spaß. Könnte ja auch dauerregnen, dann hieße es, dass wir gar keinen Schnee mehr haben…

Der vorletzte Arbeitstag lief ganz gut, ich glaube, dass ich ruhigen Gewissens meinen Urlaub antreten kann. Die Schulter scheint auch von ihrem störrischen „ich will mich nicht bewegen“-Trip abgekommen zu sein, so dass auch dem Sport ab Freitag nichts mehr im Wege steht. Nur den Dortmund-Ausflug sehe ich ob der Wetterkapriolen in Gefahr. Ein mehrstündiger Aufenthalt auf deutschen Autobahnen erscheint mir wenig erstrebenswert, also will dies wohl überlegt werden. Morgen muss das Auto dann in die Werkstatt, wo hoffentlich alles zu unseren Gunsten geregelt wird. Jetzt geht’s aber erstmal eine Runde lachen, der Doktor wartet in der Lanxess Arena auf uns. Keep on rockin‘ !!