Die Wahl zu haben heißt nicht, dass man die Kontrolle hat!

Jobwechsel. Mal etwas Neues sehen, etwas Anderes wagen, die Routine aufbrechen und den Blickwinkel verändern. Vielleicht auch einfach einen weiteren Karriereschritt unternehmen oder nach mehr Geld streben. Es gibt viele Gründe, um sich nach Alternativen umzuschauen und wenn man sich einen gewissen Status erarbeitet hat, wird auch das ein oder andere Angebot entstehen. Doch ist es immer sinnvoll, aus dem sicheren Hafen heraus zu segeln und die Perspektive zu wechseln? Kann es nicht auch mal schön sein, morgens bereits zu wissen, welche Anforderungen über den Tag hinweg zu bewältigen sind und Gewissheit zu haben, diesen auch gewachsen zu sein? Nicht jede Woche muss mit neuen Herausforderungen aufwarten, nicht immer ist die Extrameile das Mittel der Wahl. Der Druck, den wir uns durch Veränderungen auferlegen, nämlich seinen vormaligen Status zu bestätigen, neue Kolleg(inn)en von sich überzeugen und mit Leistung glänzen, kann uns auch einknicken lassen. Und dann haben wir gar nichts gekonnt, sondern hängen womöglich in einer Spirale fest, in welcher wir den altbekannten Arbeitgeber mit all seinen positiven Faktoren vermissen – die negativen werden dabei natürlich vom Gehirn ausgeblendet. Also, selbst wenn ein Jobwechsel attraktiv erscheint: Nach bereits zwei Fehlentscheidungen diesbezüglich empfehle ich euch, nicht nur eine Nacht, sondern eher einen ganzen Monat darüber zu schlafen.

Therapievarianten. Es gibt so viele Ansätze und Meinungen, wenn es um physische oder psychische Verletzungen geht, dass man rasch den Durchblick verliert. So können muskuläre Beschwerden, eingeklemmte Nerven oder ähnliches mit Wärme, Kälte, Elektronik, Massagen etc. behandelt oder die Psyche über Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und vieles mehr geheilt werden. Und steckt man in einer der oben skizzierten Drucksituationen, kann sogar beides, muskuläre und psychische Beschwerden, dadurch ausgelöst werden. Dummerweise lassen Ärzte uns häufig selbst entscheiden, was wir für die bessere Behandlungsmethode halten. Als hätte ich diesen Studienzweig beschritten, nicht die vor mir sitzende Heilkraft. Da Massagen nichts gebracht haben, genauso Elektronik und Wärme, bat ich um eine Spritze. Pustekuchen, es gab Muskelrelaxan. Warum fragt sie dann? Möglicherweise hilft es, vor jedwedem Praxisbesuch mal einen Ratgeber zu den Beschwerden zu lesen. Nur nicht über google, in 90% der Fälle führt gemäß der Top-Suchergebnisse des Onlinegiganten jedes Zipperlein unmittelbar ins Verderben. Das gute, alte Medizinlexikon reicht da wohl völlig…

Wohnort. Das Heimatthema hatten wir ja gerade erst, aber auch ein Wohnortwechsel ohne emotionale Zerrissenheit kann anstrengend sein. Auch wenn ein neues Umfeld belebend und erfrischend sein kann, so sorgt es doch für vielerlei beängstigende Momente. Die Herausforderung, auf sich allein gestellt zu sein, sich zurechtfinden und neue Lieblingsplätze finden zu müssen, falsche Gegenden zu meiden und mit den Einheimischen Kontakte zu knüpfen, ist gerade für introvertierte Zeitgenossen nicht einfach. Gehört man dann noch zu einer Altersklasse jenseits der 35, fallen auch viele Freizeitaktivitäten aus, bei denen vormals quasi spielend neue Bekanntschaften entstanden sind: Sport, Discobesuche, Partygänge. Und selbst, wenn man die Stadt nicht allein gewechselt hat, entstehen kriselnde Situationen, denen man sich zuvor nicht ausgesetzt sah. Es kann belastend sein, nur eine wirkliche Vertrauensperson in der näheren Umgebung zu haben, denn kleinere Reibungspunkte sind völlig normal; doch ist es fatal, wenn dann kein bester Freund oder keine beste Freundin zu einem spontanen Treffen vor Ort ist. Das Telefon kann das nur bedingt ersetzen und so beginnt manchmal eine schleichende Entfremdung, die tragisch enden kann. Wenn der neue Wohnort gewisse Attraktivitätsfaktoren wie eine hübsche Innenstadt oder einen hohen Freizeitwert besitzt, hilft das aber häufig bereits. Dennoch bleibt, ein Wohnortwechsel ist ein elementarer Eingriff in die persönliche Komfortzone.

Beziehungen. Oft schon habe ich von Singles gehört, dass sie sich nach der Zweisamkeit sehnen, ebenso aber auch mit Paaren gesprochen, die ihren Freiraum vermissen und immer mal wieder darüber nachdenken, einfach auszubrechen – nur um sich, so sie es tatsächlich vollzogen haben, später dann doch wieder nach Geborgenheit zu sehnen. Ist das Gras in Nachbars Garten wirklich immer grüner oder kommt es einem, gefangen im persönlichen Alltag, nur grüner vor? Warum will man so oft genau das haben, was gerade unerreichbar scheint und sehnt sich nach Vergangenem zurück, wenn man es erreicht hat? Macht es nicht viel mehr Sinn, einfach mal glücklich im Hier und Jetzt zu verweilen, die Gegenwart zu genießen und auf das Universum zu vertrauen. Veränderungen geschehen trotzdem, erfahrungsgemäß schleichend, und sie können genauso zu großen Umwälzungen führen, wie der Big Bang – nur eben nicht so plötzlich, nicht so dramatisch. Ich bin ja auch nicht von heute auf morgen 20kg schwerer geworden und genauso wenig werde ich die wieder los, wenn ich heute wie ein Irrer trainiere. Das muss in kleinen, nachhaltigen und wohl geplanten Schritten verlaufen. Also keine Hektik, Nachbars Gras ist nicht grüner. Es ist nur Dein Verlangen, diesen Rasen zu besitzen. Doch wenn Du ihn dann hast, lässt seine Attraktivität rasant nach.

Urlaub. Reist Du auch mal allein? Oder macht Dir das eher Angst? Willst Du Erlebnisse unmittelbar teilen, oder kannst Du sie kompensieren und bist bereit, sie den Daheimgebliebenen nach Deiner Rückkehr zu erzählen? Ein wenig hängt es vermutlich sogar von Deinem Geschlecht ab, müssen Frauen doch vermeintlich größeren Gefahren ausweichen, als Männer. Doch auch für mich (Mann) verursachte alleine zu verreisen zunächst ein unangenehmes Gefühl. Ich war dreimal ohne Begleitung weg und die ersten beiden Tage waren immer zittrig, verwirrend und unschön. Kurzum, ich wollte direkt wieder zurück fliegen. Glücklicherweise bin ich geblieben, denn die Erfahrungen ab Tag drei sind sehr wertvoll gewesen. Nicht nur habe ich auf einer Reise ein Kinderbuch geschrieben und auf einer anderen viel Sport getrieben. Nein, ich habe mir intensiver Gedanken über mein Leben gemacht, als jemals zuvor und konnte Antworten auf lange gehegte Fragen finden. Das hat mich nicht nachhaltig glücklicher gemacht, diese Illusion will ich Dir nehmen, aber in den jeweiligen Momenten habe ich mich anders, stärker gefühlt. Ich habe auf jeden Fall vor, in diesem Jahr nochmal eine Woche mit mir selbst zu verbringen und kann es Dir nur wärmstens empfehlen. Aber natürlich sind gemeinsame Reisen ein ganz besonderes Vergnügen. Egal, ob mit dem Partner, besten Freunden oder den Eltern: Jede Konstellation hat eigene Reize und manchmal sieht man sogar den immer gleichen Urlaubsort mit völlig anderen Augen.

So gibt es also viele Situationen, in denen man die Wahl hat. Aber kann man alles kontrollieren? Niemals. Du hast die Wahl, links oder rechts abzubiegen, aber welche Route die Schönere ist, weißt Du vorher oft nicht. Du kannst es nur ausprobieren und wirst vielleicht nie erfahren, was Dich auf dem anderen Weg erwartet hätte. Also mach das Beste aus der Route, die Du tagtäglich für Dich selbst wählst. Für heute ist es nämlich die einzige, erst morgen kannst Du einen alternativen Pfad versuchen.

Keep on rockin‘
Ree

Echte Wendepunkte lauern (nicht) überall.

Zweifelnd. Immer mehr Menschen, denen ich alltäglich begegne, sind in Gedanken gefangen, die sich um Sinn und Unsinn, Richtig und Falsch des eigenen Handelns, des täglichen Daseins, der Entwicklung ihres Lebens befinden. Bin ich im richtigen Job? Verhalte ich mich meinen Mitmenschen gegenüber angemessen? Schlage ich die richtigen Wege ein, wird mein Leben rückblickend als erfüllend anzusehen sein? Der Jahreswechsel ist geradezu prädestiniert, um über Vergangenes zu reflektieren und Neues in Augenschein zu nehmen. Kaum jemand, der nicht insgeheim irgendeinen Vorsatz fasst und damit eingesteht, eben nicht vollends zufriedenstellend zu leben. Doch ist dies aus meiner Sicht eher der Gruppendynamik geschuldet, der Tatsache, dass Medien, Freunde, Influencer und wer sonst noch alles genau danach fragen: Wie war Dein letztes Jahr, wie wird Dein nächstes.

Was aber, wenn Du eigentlich glücklich bist? Wenn so, wie Du lebst, nichts gravierendes schief geht und der Alltag gut zu bewältigen ist? Warum streben dennoch so viele nach Veränderung, nach mehr oder fühlen zumindest eine irgendwie geartete Unruhe in sich? Vielleicht würde es helfen, nicht nur an diesen paar Tagen von altem zu neuem Jahr darüber nachzudenken, sondern immer mal wieder die eigene Situation zu analysieren, um Kleinigkeiten zu justieren oder auch große Veränderungen in Ruhe anzugehen. Das nimmt dem Jahresende seinen Aktionismus.

Hat sich aber der Dezember derart turbulent entwickelt, sind so viele außerplanmäßige Dinge geschehen, die nicht in Deiner Macht lagen, Dein Leben aber irgendwie erschüttern, dann, ja dann, ist die Selbstanalyse zum Jahresende nicht nur unumgänglich, sondern auch nötig. Was bringen die Veränderungen mit sich und wie möchtest Du darauf reagieren? Welche neuen Erkenntnisse über Dich und auch andere bringen sie mit sich? Und wie lässt es sich mit Deinem Dasein vereinbaren, wie kannst Du auf die neue Situation reagieren, wie zu Deinem persönlichen Wohlsein agieren?

Ich stehe vor diesen Fragen, andere mir nahe stehende Personen genauso. Der Alltag ist in solchen Situationen mal Halt und mal Last, Veränderung zwingt sich förmlich auf. Nur wie, wenn Kontakte fehlen, Zeit davon schleicht und Unsicherheit vorherrscht? Das Gehirn kreist um das Thema, rotiert fast, kommt aber nicht zu einer klaren Aussage. Das wird wohl noch eine ganze Zeit dauern. Und kann sich jeden Tag ändern, je nach aktueller Entwicklung.

Ich hoffe, ihr kamt gut in das neue Jahr.

Keep on rockin‘
Ree

Vom freien Denken und entsprechenden Handeln!

Handlungsfreiheit. Die Möglichkeit, seine nächsten Schritte nicht von einem Korsett aus Verpflichtungen abhängig machen zu müssen, sondern selbst entscheiden zu können, welchen Rahmen die nahe Zukunft erhalten soll. Eigentlich wollte ich mit dem Schlagwort “Freidenker“ beginnen, doch belehrte mich Wikipedia, dass dies in erster Linie “eine Bezeichnung für Menschen, die für eine selbständige und selbstverantwortliche Lebensgestaltung im Sinne der Aufklärung eintreten und jeden religiösen Glauben, Gottesglauben und kirchliche Dogmen ablehnen“ ist. Somit passt mir das nicht wirklich, denn bis auf Kriege, Rassismus, Leid und Diffamierungen lehne ich nicht viel kategorisch ab.

Handlungsfreiheit also, etwas, das mir aufgrund erarbeiteter und glücklicher Umstände gerade ermöglicht und von mir dankend angenommen wird. Nachdem mich die Frage der Abfindung über Monate beschäftigt hatte, spüre ich seit der Verkündung vor neun Tagen eine innere Ruhe, die mir lange nicht mehr zuteil geworden ist. Ein friedvolles Glücksgefühl, welches mir nach all den Wirrungen fast unwirklich erscheint. Auch der erwartete Rückfall in die Selbstzweifel, nachdem ich auch mein von Herzen geschätztes Team über meine Entscheidung informiert habe, blieb aus. Das Wochenende, obwohl von den diversen Hausbesichtigungen der Vortage nicht ohne emotionale Belastung gestartet, entpuppte sich als erholsam und schön.

„Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt“ hat Heinrich von Kleist einst gesagt. Ich wage zu glauben, dass es diese Entscheidung, dieser wahrhaft schwere Schritt, war, der mir seit Wochen gefehlt, mich blockiert hat. Kaum war es ausgesprochen, fielen mir im Tagesrhythmus gute Nachrichten in die Hände: eine unerwartet hohe Nachfrage nach Besichtigungsterminen, eine eigene Basisoption, die vermeintliche Chance einer spannenden Hospitation während der Auszeit und die Zusage zu einem journalistischen Fernstudium. Für letzteres hatte ich mich schon im Mai um einen der nur 70 Plätze beworben, mit Textprobe und Motivationsschreiben. Fühlt sich echt cool an, dass das geklappt hat. Nun muss ich nur noch mein Bachelor-Zeugnis finden, das der finalen Immatrikulation beizufügen ist; blöd, dass es im Zuge des Umzugs vor einigen Monaten irgendwie abgetaucht ist. Aber ich bin frohen Mutes, es gleich irgendwo zu entdecken.

Ich kann euch sagen, wenn ihr mal vor der Entscheidung steht, den Alltag fortzusetzen oder die Chance auf einen neuen Schritt bekommt und euer Gehirn, euer Herz und eure Seele and der Wahl schier zu verzweifeln droht, weil es fifty fifty steht, weil beide Seiten Vor- und Nachteile haben: Wählt das Neue. Befreit euch und eure Gedanken aus dem „was wäre wenn“. Denn im Alltag zu verweilen heißt, sich immer, stets und ständig zu fragen, ob der andere Schritt nicht besser gewesen wäre. Und selbst wenn er sich im Nachhinein als Fehler zu entpuppen scheint, so werdet ihr daran wachsen und mit diesen Erfahrungen dennoch in eine vielversprechende Zukunft wandern. Wohlgemerkt, fühlt sich der Alltag zum Zeitpunkt einer solchen Möglichkeit komplett richtig an, dann zögert auch dann nicht, ein Angebot abzulehnen. Meine Empfehlung wirkt dann, wenn das Abenteuer mindestens eine mittelgroße Anziehungskraft ausübt. Wechseln, etwas verändern, obwohl man sich rundum wohl fühlt, ist vermutlich kein guter Weg.

Doch für mich, in meiner Situation, mit meinen Dämonen und einer guten Aussicht auf einen positiven Ausgang des Abenteuers, konnte es eigentlich keine andere Wahl geben. Es dauerte nur eine Weile, bis ich es selbst gemerkt habe, bis der Kopf frei genug war. Nun muss ich noch drei Wochen im Büro überbrücken und kann es doch kaum erwarten, euch von den Erlebnissen danach zu erzählen. Time what is time?

Keep on rockin‘

Ree

Ruhige Tage sind! (058/366)

Nichtstun. Ruhe. Den ganzen Tag lang, ohne Aussicht, die vier Wände mal zu verlassen. Nach inzwischen acht Tagen Erkrankung wähne ich mich am Tor der Implosion, ich ertrage diese Leere kaum mehr. Klar, man muss vernünftig sein, darf nicht viel tun, denn der Körper rächt sich sonst sofort.

Doch was ist mit dem Geist? Sowieso schon zerrüttet, ist eine solche Zeit eine Prüfung, der ich mich freiwillig nie gestellt und auf die ich nur zu gern verzichtet hätte. Ich glaube ja, diese symbiotisch verbundenen Bestandteile des Seins spielen Pingpong und schaukeln sich gegenseitig hoch (bzw. jonglieren auf Zehenspitzen über einem emotionalen Abgrund, an deren Ende die Perspektivlosigkeit wartet.

Es bringt aber auch immer etwas, wenn man dem Gedankenkarussel nicht entrinnen kann. Man sieht Optionen, vor denen man sich entweder gefürchtet oder sie als unrealistisch abgetan hat. Erkenntnis ist, nicht neu, es muss sich etwas ändern. Neu ist: Egal was ich ändere, es kann nicht schlimmer werden. Sobald ich wieder auf den Beinen bin, gehe ich die ersten Schritte an.

Keep on rockin‘
Ree

Bilder der Vergangenheit! (049/366)

Deja Vu. Als hätte man etwas schon mal gesehen, als kommt einem eine Situation auf unheimliche Weise nicht neu vor. Plötzlich weiß man genau, wie es im nächsten Augenblick weiter geht und kann sich doch nicht dagegen wehren. Unheimlich, angsteinflößend und durchaus in der Lage, einen kurz frösteln zu lassen. Kein Wunder, dass die Macher von Matrix diesen Fakt als einen der Kernfaktoren für ihre logische Erklärung dieses so unvorstellbaren Filmszenarios ausgewählt haben. Jeder kennt es und keiner kann es erklären.

Und dann gibt es noch Pseudo-Vus, also Situationen, die realen Erinnerungen fast schon unnatürlich gleichen und dennoch absolut unterschiedlich sind. Hier sogar im Kern. Heute erlebt. Und keinen Gefallen daran gefunden. Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal im fertiggestellten Schlafzimmer stand, damals, vor nicht mal einem Jahr. Ein glückseliges Gefühl, endlich etwas geschafft zu haben und dem Einzug einen ganzen Schritt näher gekommen zu sein. Heute stand ich im gleichen Raum wie damals, nur unter ganz anderen Voraussetzungen. Ich hatte ihn gerade leer, geräumt, ausgesaugt, zurecht gemacht für eine anstehende Besichtigung in der kommenden Woche. Und dann traf es mich  eben wie einen Donnerschlag, die Erkenntnis, der Flashback, die Tatsache, dass ich gerade die Träume meiner Vergangenheit endgültig beerdige. Zumindest was das Haus angeht.

Mir schossen die ganzen alten Bilder durch den Kopf, das Aussehen des Zimmers bei der ersten Besichtigung, mit erschreckender Blümchentapete und einer Tür zum Nebenzimmer. Die Renovierungsphase, das ermüdende Abreißen der Tapeten, Verspachteln der Wände mit Bio-Spachtelmasse (weil Fachwerk) und das Zumauern der Tür. Die Vollendung der Verwandlung durch weiße Farbe und Laminat, die das Zimmer wie neu erscheinen ließ. Und dann die Möblierung, die vielen (und doch viel zu wenigen) Nächte dort und die finale Abwirtschaftung des Ganzen. Alles im Prinzip in 30 Sekunden, danach war der Tag für mich erledigt. Zum vergessen. Das konnte auch die kurze Begegnung mit meinem kleinen Fellnäschen nicht retten, auch wenn ich jetzt noch lachen muss bei der Erinnerung an die stürmische Begrüßung.

So kann es gehen, es war anders geplant und ist komisch gelaufen. Aber auch das gibt sich wieder. Nun gibt es Energy per Drink und Pizza als Grundnahrungsmittel. Die Italiener retten den Abend. Molto bene.

Keep on rockin´

Ree

Zukunft II

Change. Wie schwer ist es, sich einer Veränderung zu stellen und das Positive in Neuerungen zu sehen? Kommt auf die Umstände und die Art an. Eine selbstgewählte Veränderung, zumeist also eine Art Update, lässt einen neue Wege vermeintlich leichter gehen, als eine aufgedrückte, erzwungene Neuorientierung, oft einhergehend mit einem einstweiligen Downgrade der persönlichen Lebenssituation. Dazu kommt noch die individuelle Einstellung zum Leben, denn der allzeit positive Mensch sieht in Veränderungen wesentlich eher daraus resultierende Chancen, als ein zur Depression oder Verzweiflung neigender Zeitgenosse.

Was viele vergessen (oder verdrängen): Veränderungen sind Kernbestandteil der menschlichen Existenz, eine der Grundlagen unseres Lebens. Ohne Veränderung ginge es nicht weiter, sei es Wachstum, Bildung, Aussehen oder das Erlangen eines reichen Erfahrungsschatzes. Um hierbei das Positive zu erkennen, ist es unabdingbar, auch Negatives, Schmerzhaftes zu erfahren. Auch wenn es unschön ist, oder eben gerade dann. Dennoch ist jeder bestrebt, möglichst wenige davon zu erleiden, um in Neutralität oder Freude leben zu können.

Ein Riesenproblem bei vielen Veränderungen kann sein, dass sie für einen persönlich der richtige Weg zu sein scheinen, während sie gleichzeitig einen anderen, nahestehenden Menschen unglaublich verletzen können und vielleicht sogar für diese Person der genau falsche Weg sind. Hier gilt es stark abzuwägen, ob Kompromisse möglich sind, damit nicht einfach ohne Rücksicht auf Verluste gehandelt wird. Sonst läuft man Gefahr, irgendwann ganz alleine dazustehen, weil man stets „sein“ Ding durchgezogen hat. Allerdings bewegt man sich hier auf einem eher schmalen Grat, weil stets die Gefahr besteht, sich selbst zu verlieren – sei es durch zuviel oder zuwenig Entgegenkommen.

Da es auch planbare Veränderungen gibt, sogar ziemlich viele, befasse ich mich seit ein paar Tagen mit Fragestellungen, die das kommende Jahr betreffen. Immobilienkauf gehört dazu (als ewig währender Traum), genau wie die konkrete berufliche Weiterentwicklung auch. Bis jetzt sind das alles Gedankenspiele, doch komme ich trotzdem so langsam in die Phase der Überlegungen, wo ich auch Konsequenzen oder Einflüsse für andere in Betracht ziehen sollte – was ich dann nun mal fortsetze. Keep on rockin‘ !!

Menschlein wechsel Dich

Wechselspiele. Hin und her, rein und wieder raus, freiwillig oder gezwungenermaßen. Meist eher im sportlichen Bereich anzutreffen, wo Trainer ihre Spieler immer mal wieder austauschen, sei es aus taktischen Gründen, wegen Verletzungen oder Formschwächen. Da es unterschiedlichste Gründe für einen Wechsel gibt, reagieren die Spieler natürlich völlig differenziert auf so eine Maßnahme. Während ein verletzter Spieler zwar frustriert ist, dies aber eher an der Spieluntauglichkeit liegt, fällt die Reaktion in den beiden anderen Fällen zumeist weniger erfreulich aus – hier regiert in der Regel der Egoismus des Einzelnen und die Entscheidung des Trainers ist schwer nachvollziehbar. Zu viele Nicht-Berücksichtigungen können natürlich auch dafür sorgen, dass der Spieler nachhaltig böse wird und einen Vereinswechsel anstrebt – ebenfalls ein völlig normaler Vorgang im Profi-Sport-Business.

Wechsel im „normalen“ Berufsleben fallen hingegen wesentlich seltener an und bedürfen daher einer viel intensiveren Vorabüberlegung, da beim Durchschnittsbürger mit der Veränderung kein Jahresgehalt in astronomischer Höhe anfällt und dazu die Integration in einen neuen Bereich, eine neue Firma oder gar eine neue Stadt weitreichende Komplikationen mit sich bringen kann. Ich spreche da aus Erfahrung – was alle Punk angeht…

Noch seltener (zumindest im Regelfall bei einem gefestigten und entspannten Menschen) geschehen Wechsel im privaten Bereich. Klar, in Kindheit und Jugend wechselt man häufiger seine Freunde, weil sich Interessen verändern und als junger Erwachsener, vorzugsweise Student, scheinen auch Beziehungen immer häufiger als kurze Abenteuer angesehen zu werden. Doch mit fortschreitendem Alter vertiefen sich Verbindungen, was sowohl Freunde, als auch Paare enger zusammenrücken und aneinander binden lässt. Natürlich passieren auch hier Veränderungen, Freunde ziehen fort, Beziehungen brechen auseinander – doch geschieht dies nun seltener (was es aber nicht minder schmerzhaft macht).

Bei Freunden von mir bahnt sich immer mal wieder ein derartiger Wechsel an, aber bislang ging es noch immer in die Verlängerung. Wie es diesmal ausgeht, vermag ich noch nicht abzuschätzen, zumal ich bereits häufig daneben lag. Nur soviel ist klar: Gibt es in den amerikanischen Profiligen NFL und NHL nach der regulären Spielzeit oder Verlängerung keinen Sieger, folgt der Sudden Death. Ein Omen? Wer weiß.

Ich war nach der Arbeit beim Sport und nun schmerzt mein Rücken. Vermaledeites Rudergerät, aber irgendwie muss der Speckansatz ja verschwinden – und zwar vor Weihnachten, aufgeschoben wird nichts mehr. So pflege ich mich also gleich mal in der Badewanne und mache mich fit für das nächste Training. Es ist bestimmt nicht weit, also… keep on rockin‘ !!